Das Licht der Zuversicht – oder: Eine Flamme in gelb-blau

Gibt es Hoffnung ohne Zuversicht?

Oder Zuversicht ohne Hoffnung?


Gibt es Liebe ohne Freundschaft?

Oder Freundschaft ohne Liebe?


Gibt es Verstand ohne Herz?

Oder Herz ohne Verstand?


Gibt es Höhen ohne Tiefen?

Oder Tiefen ohne Höhen?


Gibt es Frieden ohne Krieg?

Oder Krieg ohne Frieden?



Es gab einmal eine Zeit, in der unsere Welt, unsere Leben hell erstrahlten; in der von Aufbau, Wundern und freier Liebe geträumt und nach ihren Prinzipien gehandelt wurde. Auf sie folgten Hedonie und Grenzenlosigkeit: das Leben eine Party unter den gleißenden Scheinwerfern von Friedens und Wohlstand. Eine Welle der Zuversicht wogte damals über die Welt und nach den Gräuel der Vergangenheit erstand ein Goldenes Zeitalter und die Menschheit, berauscht von ihren Bacchanalen, bemerkte kaum das im Crescendo flackernde Weltenlicht, bis – PENG!!! – alles plötzlich im Dunkeln lag.


Staubwolken hüllten die Hinterbliebenen ein, verfolgten sie um Ecken und in die hintersten Winkel, während mit einem Mal Luft und Licht zu einem unermesslich wertvollen Gut wird.


Das Leben verlor Stück für Stück seinen Glanz, die Menschheit ihren Selbstwert und der einzelne schleichend seine Zuversicht.

Inmitten des Goldenen Zeitalters hat sich eine neue Spezies erhoben: ein Homo Deus, dem die künstliche Intelligenz wertvoller als die menschliche, der Moment schützenswerter als die Zukunft und jede Einsamkeit lebenswerter als das Miteinander ist.

Alles, was Homo Deus übrig lässt, ist ein kleines bisschen Hoffnung, wie die heiße blaue Zone einer Flamme, gerade stark genug, um uns immer weiter voranzutreiben, aber zu schwach, um verlorenes Glück zurückzubringen.

Er wird zum Aggressor, der das letzte bisschen Flammenlicht, Lebenskraft und Herzenswärme mit Füßen tritt, solange, bis die Zuversicht, die gelbe Flammenspitze geschürt, bewahrt und vermehrt wird, bis die Menschen ihre Mitmenschen nach der Dunkelheit wieder sehen und dem Aggressor, gleich Frankensteins Monster, geschlossen Einhalt gebieten.

Denn in jedem von uns brennt eine Flamme, ein Teil in hoffungsvollem Blau, unverwüstlich und heiß, und ein Teil in zuversichtlichem Gelb, erleuchtend und hell, mit deren Hilfe neuer Friede wachsen kann.



Gibt es Frieden ohne Krieg?

Oder Krieg ohne Frieden?


Gibt es Höhen ohne Tiefen?

Oder Tiefen ohne Höhen?


Gibt es Verstand ohne Herz?

Oder Herz ohne Verstand?


Gibt es Liebe ohne Freundschaft?

Oder Freundschaft ohne Liebe?


Gibt es Hoffnung ohne Zuversicht?

Oder Zuversicht ohne Hoffnung?


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Liebes Tagebuch, langsam macht sich Verzweiflung breit, denn alles, woran ich denken kann, ist Z. und alles, was ich mir wünsche, ist eine Umarmung; eine unschuldige, beschützende Umarmung, in die ich